Studienfahrt der SG2-1 nach Istrien mit Frau Blattmann und Herrn Schneider

        

„Elf Stunden Busfahrt – das kann nur anstrengend werden!“ – So oder so ähnlich waren wohl die Erwartungen aller Beteiligten. Während diese sich aus Lehrersicht auf die nächtliche Lautstärke bezogen, war für die 20 Mädels mit den stolzen Gockeln Julius, Lucas und Tom die größte Befürchtung, dass entweder der Lieblingspyjama versehentlich zuhause geblieben war oder aber die Knabbereien ausgehen könnten.

Nachdem die Busfahrer für eine um eine Stunde verspätete Abfahrt gesorgt hatten, blieben jedoch alle Befürchtungen unbegründet. Schon nach kurzer Zeit durchzog ein leichtes Schnarcheln den Bus und das einzige Raunen der Reisegesellschaft war eine Reaktion auf die für die Fahrer vorgeschrieben Pausen, in denen das sanfte Sächsisch der Fahrer Stefan und Christoph zur Ankündigung der Weiterfahrt alle aus dem Schlaf riss. Entgegen aller Erwartung zählte die Nacht dann auch als solche, sodass nach der Ankunft in Lanterna ganz im Nordwesten Istriens der Stadtführung im nahegelegenen Porec kaum etwas im Wege stand – außer dem Starkregen, der die Stadtführung in die romanische Basilika verbannte, wo die Klasse im UNESCO-Weltkulturerbe so langsam mit der Müdigkeit kämpfen musste.

Zurück in Lanterna konnten endlich die Zimmer bezogen werden, die nach den Gesichtern beim Abendessen zu urteilen ausreichend komfortabel waren. Der Spaziergang von den Appartements zum Restaurant am Strand entlang bot während des Verdauungsspazierganges einen Ausblick auf die kommenden Tage.

Der Regen zerstörte die Kanu-Pläne am zweiten Tag, sodass der Bus Kurs auf Pula ganz im Süden Istriens nahm. Dort zeigte sich der Wettergott einsichtig, sodass die Komination von Amphitheater, Stadtrallye und Shopping zusammen mit der Sonne für glückliche Gesichter sorgte. Das Oktoberfest (!), das ab dem zweiten Abend bis zum Ende der Woche jeden Abend in der Ferienanlage stattfand und zu dem einige andere deutsche Besucher, im Gegensatz zu den ohnehin bestens mit Textil ausgestatteten SG-Damen, in der Krachledernen und im Dirndl erschienen, und die Disco auf der Clubanlage taten ein Übriges.

Tags darauf führte das Fischpicknick auf einem Ausflugsboot von Porec die Küste entlang nach Süden bis ins malerische Rovinj. Neben der schönen Altstadt stellte die Besteigung des Kirchturms auf einem vom Meer umgebenen Hügel gleichzeitig Höhepunkt und ein für manche aufgrund von Höhenangst unüberwindbares Hindernis dar – so wenig Erlebnis gab es sonst für 20 Kuna nirgends. Auf dem Rückweg wartete das Mittagessen auf dem Boot, eine Kaffeepause im hübschen Vrsar, wo einige Schüler überlegten, die SG-Karriere für einen Ice-Keeper-Job an den Nagel zu hängen. Bis jetzt sind jedoch keine derartigen Pläne in die Tat ungesetzt worden. Ein langer Tag mit viel Licht, Wasser und Luft endete wohlbehalten in Lanterna.

Die vorgezogene Besichtigung von Pula ermöglichte einen freien Tag in der Mitte des Aufenthaltes, den eine große und eine kleine Schülerin zum reiten nutzten, eine kleine Radlertruppe fuhr mit dem Rad auf die andere Seite der Bucht nach Novigrad, der Rest der Truppe übte seine Chillfähigkeiten. Der mit Spannung erwartete Besuch der Sternwarte abends erwies sich als Enttäuschung, denn obwohl durch das Teleskop tolle Blicke auf den Saturn gelangen, langweilte der etwas abgedreht wirkende „verrückte“ Professor beinahe alle Anwesenden mit seiner pessimistischen Weltsicht und der seiner Meinung nach irrelevanten Lebensführung großer Teile der Menschheit – noch dazu auf Englisch.

Der vorletzte Tag bescherte wieder mehr Abwechslung: Die Unesco-Welterbe-Grotte Scocjankse in Slowenien beeindruckte mit ihren Herr-der-Ringe-Szenerien nachhaltig. Der Busfahrer wurde als verbotenerweise fotografierender Undercoveragent eingeschmuggelt, sodass die Klasse anschließend trotz Befolgens des Knipsvebotes Bilder aus der Grotte hatte. Die anschließende Stadtführung durch Trieste mit einer Freundin von Frau Blattmann machte den trinationalen Tag komplett und der letzte Abend begann mit einer Abschlussrunde am Strand.

Da die Aquaparks aufgrund des verregneten Septembers bereits geschlossen hatten, verbrachten alle den letzten Tag auf dem Gelände und vergnügten sich mit Sonnen, Minigolf oder auf den Wanderpfaden Lanternas. Die Rückfahrt verlief wie die Hinfahrt ohne Zwischenfälle und so kamen alle wohlbehalten am Samstagmorgen wieder zuhause an.

Vielen Dank an alle Beteiligten für die angenehme Woche und das harmonische Miteinander! Die Studienfahrt nach Istrien ist in jedem Fall eine Empfehlung wert, denn neben den zahlreichen Sehenswürdigkeiten wurde wir überall äußerst nett empfangen und behandelt. Hvala/Grazie, Istrien!

Mirko Schneider